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Kleine Infos rund um den Wasserkreislauf 

Über den Wasserkreislauf an sich will ich hier gar nichts schreiben. In der Geschichte "Der Regentropfen und das Glitzerkleid" aus dem Buch "Flockenträume" sind - wie in vielen anderen Geschichten zu diesem Thema auch - die wichtigen Stationen im Leben eines Regentropfens ja allesamt beschrieben worden. Und ich denke, dass ihr euch nun nicht nur seine lange Reise, sondern auch den Vorgang des Verdunstens und den der Kristallisation recht gut vorstellen könnt.

Aber ob nun in Büchern oder im Internet, immer wieder stoße ich auf bemerkenswerte Fakten, die ebenfalls mit dem Wasserkreislauf zu tun haben. Deshalb habe ich etwas von dem, was mich beeindruckt hat, hier zusammen getragen:) 

 

 

 

 

Was bedeutet Wasserkreislauf eigentlich noch?

In einem Kreislauf geht zwar kein Wasser verloren, es entsteht aber auch kein neues. Der Wasserkreislauf ist somit ein Reinigungsprozess, bei dem durch Versickern und Verdunsten das Wasser gesäubert wird. Das Wasser, das wir trinken, haben unsere Urahnen und etliche Generationen vor ihnen schon benutzt. Und wer weiß, vielleicht hat ja eines der unzähligen Wasserteilchen in unserem Körper auch schon mal in einem Dinosaurier gesteckt. 

 Vielleicht sogar in einem T-Rex!!! 

 

 

Ein kluger Kopf wollte herausfinden, wie lange es dauert, bis das Wasser der Ozeane einmal komplett ausgetauscht wird. Er hat berechnet, dass nach ungefähr 3200 Jahren auch das letzte Tröpfchen in den Weltmeeren einmal verdunstet und auf die Reise gegangen sein müsste.

 

Wie lange reist ein Regentropfen durch das Erdreich?

Als Paderbornerin nehme ich zuerst einmal unsere Pader als Beispiel. Die Paderquelle ist eine Karstquelle (Karst steht für alle Formen von durchlässigem, wasserlöslichen Gestein), das bedeutet, dass an dieser Stelle ein Höhlenfluss die Erdoberfläche erreicht. In den unterirdischen Höhlen kann das Wasser natürlich sehr schnell fließen, es wird dadurch aber nicht besonders gut gereinigt. Bereits wenige Tage nach dem Versickern tritt es an der Quelle wieder aus. Bei uns in Paderborn braucht das Wasser nach dem Versickern auf der Hochfläche bis zu seinem Austritt ungefähr vier Tage. Die Reisegeschwindigkeit eines Wassertröpfchens beträgt demnach ungefähr 200 - 400 Meter pro Stunde.

Nicht lachen! Das ist schnell!

Es gibt nämlich auch Tröpfchen, die nicht so flott vorankommen. Je nachdem, auf welchen Boden sie fallen, können sie durchaus mehrere hundert Tage bis zu ihrem Austritt benötigen - oder bis sie schließlich in einem Grundwassersee landen. Und dann kann es sein, dass sie viele Monate dort verweilen müssen. Oder auch viele Jahre. Oder sogar Jahrmillionen!

Ganz uralte Grundwässer werden als fossiles Wasser bezeichnet. Sie befinden sich in Hohlräumen tief unter der Erdoberfläche. Man ist sich dabei nicht so recht einig, ob sie bereits in der Zeit entstanden, als die Erde sich formte oder ob sie aus vorgeschichtlichen Klimaperioden stammen. Jedenfalls ist fossiles Wasser dem normalen Wasserkreislauf nicht angeschlossen. Es ist eher wie ein Gefängnis. Das Alcatraz der Wassertropfen!

Mehrere Grundwasserseen mit fossilem Wasser gibt es übrigens unter der Sahara.

 

 

Wie hoch können Regentropfen reisen?

 

Die meisten Regentröpfchen halten sich in der Troposphäre auf. Sie heißt auch Wetterschicht und ist an den Polen ungefähr 8km dick, am Äquator dagegen 18km.

Über der Troposphäre erstreckt sich bis in eine Höhe von 50km die Stratosphäre. Hier ist die Luft aber sehr trocken und Wolken bilden sich nur unter extrem kalten Bedingungen in den Polarnächten.

 

Salz- und Süßwasser, in welchem Verhältnis gibt es sie auf der Erde?

Das Salzwasser macht rund 97% der gesamten Erdwassermenge aus. Nur etwa 3% entfallen bislang auf das Süßwasser.

Das meiste Süßwasser ist im Polareis und in Gletschern gebunden. Die übrigen Vorkommen befinden sich im Grundwasser, in den Flüssen und Seen, aber auch im Boden, in den Lebewesen der Erde und in der Atmosphäre. Erst durch Verdunstung und Abregnen werden die Süßwasservorräte der Erde ständig wieder neu gereinigt und aufgefüllt. Ohnedem wären wir allesamt längst verdurstet. Ein Mensch kann ohne Wasser nämlich nicht lange überleben, allerhöchstens vier Tage. Ohne Nahrung dagegen bis zu vier Wochen.

Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf den Wasserkreislauf? 

Durch den Klimawandel wird der Wasserkreislauf mehr und mehr beschleunigt. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass trockene Gebiete künftig noch trockener werden, wasserreiche dagegen immer mehr mit Starkregen und Überschwemmungen zu rechnen haben.

Die Unterschiede in der Niederschlagsverteilung werden sich demnach mit jedem steigenden Grad der Erderwärmung verstärken.