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Kleine Plauderei über Schneeflocken

Gehören Schneeflocken nicht  mit zu den schönsten Gebilden überhaupt? Ich muss hier einfach etwas über sie schreiben - nicht nur, weil das Thema hervorragend zu den "Flockenträumen" passt. Ich leg mal los:

 

Schneeflocken sind hexagonal. Sie haben also sechs Arme oder Seitenflächen, die in einem Winkel von 60° zueinander angeordnet sind. Immer.

Doch obwohl sie nichts anderes sind, als Wasser in fester Form, sehen sie um so vieles hübscher aus als zum Beispiel Graupen- oder Hagelkörner.

 

Wodurch kommt das?

Ihre filigrane Gestalt erhalten Schneeflocken durch ihre verzweigte, regelmäßige Kristallstruktur. Da gibt es zum Beispiel sternenförmige Dendriten-Kristalle, deren Äste mitunter kleinen Zweigen oder Tannenbäumchen gleichen können. Es kommen aber auch schlichtere Kristalle in Form von Plättchen, Säulen und Nadeln vor. Darüber hinaus entstehen zudem noch Mischformen, z.B. teils Dendrit, teils Plättchen.

Welche dieser hübschen Strukturen sich nun bildet, hängt hauptsächlich davon ab, wie kalt es in der Wolke ist. Bei tiefen Temperaturen entstehen aus dem Wasserdampf eher Plättchen- oder säulenförmige Eiskristalle, bei höheren     Temperaturen dagegen die Dendritenkristalle. Aber auch andere atmosphärische Bedingungen haben einen Einfluss auf die Kristallbildung (z.B. Luftfeuchtigkeit, Zeit).  

 

 

Wann bilden sich Schneeflocken?

Wenn es in einer Wolke kalt genug ist, bei Temperaturen zwischen Null und minus vierzig Grad. Damit ein Kristall entstehen kann, ist ein Gefrierkern nötig. Das kann z.B. eines der unzähligen Staubkörnchen sein, die überall in der Luft enthalten sind. An dieses Körnchen lagern die unterkühlten Wassertröpfchen an und kristallisieren aus. Dabei bildet sich immer eine sechsköpfige Struktur. Das hat mit der Molekülstruktur des Wassers und deren elektrostatischen Kräften zu tun. Vielleicht könnte es mal ein interessantes Thema für den Chemieunterricht sein :)

 

 

Wann schneit es?

Immer mehr der vielen kleinen Eiskristalle verkleben in der Wolke miteinander und wachsen so zu wunderschönen Schneeflocken heran. Wenn sie schließlich groß und schwer genug geworden sind, beginnen sie zu fallen.

Bei hoher Luftfeuchtigkeit können die Schneeflocken natürlich viel besser wachsen und werden somit auch größer als bei geringer. Sicherlich ist euch schon aufgefallen, dass bei feuchtkaltem Wetter die Schneeflocken meistens groß und bauschig sind, bei eiskalten Temperaturen dagegen eher klein. 

Bei eisigkalten Temperaturen ist nämlich viel weniger Feuchtigkeit in der Luft vorhanden, so dass diese Schneeflocken nicht nur kleiner, sondern auch einfacher gebaut sind. Außerdem schneit es dann nicht so ergiebig, der Schnee pappt schlecht und von Schneemännern kann man nur träumen.

Am Nord- und Südpol, wo ja richtig eisige Temperaturen von weit unter minus zwanzig Grad herrschen, ist der fallende Schnee sogar so fein, dass er als "Diamantstaub" bezeichnet wird. Ich könnte mir wohl vorstellen, wie herrlich es funkeln muss, wenn er das Sonnenlicht reflektiert.

Übrigens besteht eine Schneeflocke zu 95% aus Luft. Deshalb schwebt sie auch so schön sanft zur Erde. Natürlich aber auch wegen ihrer großen Oberfläche. Sie wirkt wie ein Fallschirm.

 

Warum schimmert der Schnee so schön weiß?

Das hat mit den Eiskristallen in der Schneeflocke zu tun und mit den einfallenden Lichtstrahlen. Eigentlich ist so ein Kristall ja farblos und wenn wir nur einen einzigen betrachten würden, könnten wir ihn ganz als transparente Schönheit bewundern.

In einer Schneeflocke aber stecken viele Eiskristalle, nicht fein geordnet, sondern in beliebiger Lage zueinander. Wenn nun die Strahlen des sichtbaren Lichts darauf fallen, werden sie von ganz vielen Kristallflächen zurückgeworfen (reflektiert), mal nach links, mal nach rechts, mal mehr, mal weniger schräg. Man spricht dabei von diffuser Reflektion (diffus=zerstreut).

 

Wegen dieser diffusen Reflektion also erscheint der Schnee weiß.

Und  wenn ihr euren Eltern gegenüber mal leichthin erwähnen solltet, dass der Schnee ja eigentlich nur wegen der diffusen Reflektion weiß ist, dann achtet mal genau auf ihre Mienen.

   Ob sie wohl Augen machen werden?